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Chemnitzer Zoogeschichte - der lange Weg zur Arche NoahHaltungen von Wildtieren sind bereits aus den alten Hochkulturen der Antike - Mesopotamien, Ägypten oder Römisches Imperium - bekannt. Ihren Daseinszweck, zur Belustigung und Befriedigung der Sensationslust der Bürger, bezahlten die dort Gehaltenen meist mit dem Leben. Die moderne Tierhaltung, zunächst aus nicht viel anders gelagerten Gründen von absolutistischen Fürsten des 18. Jahrhunderts gefördert, begann mit dem erwachenden Bürgerstolz und dem Wissensdurst des 19. Jahrhunderts. Dresden, Leipzig, Berlin und Hamburg, alles wohlhabende Bürgerstädte, betrachteten die Anlage eines Zoologischen Gartens zur Bildung und Erholung der Stadtbevölkerung geradezu als Pflicht. Die rasante Entwicklung der Stadt Chemnitz vom verschlafenen Landstädtchen zur pulsierenden Industriemetropole der Jahrhuntertwende ließ auch hier, in einer der damals wohlhabendsten Städte Deutschlands, den Ruf nach einem Zoologischen Garten laut werden. Leider blieb diese Entwicklung, wie z.B. die Tierhaltung des Besitzers des Gasthofes "Scheibe" an der Blankenauer Straße, trotz regen Interesses in den Ansätzen stecken. Erfolgsversprechender war 1924 die Etablierung eines "Sommerzoos" durch den Gastwirt der "Grünen Linde" nahe des Hauptbahnhofs. Neben attraktiven Tiere wie Elefanten und Seelöwen waren durchaus ansehnliche Anlagen in Hagenbeckscher Tradition zu bestaunen. Aber auch hier gingen 1930 die Lichter aus und so verblieb den Chemnitzern als einzige exotische Tierhaltung der sogenannte Affenpavillon des beliebten Ausflugslokals "Pelzmühle" in Niederrabenstein. Die dort gehaltenen Rhesusaffen verschwanden nach dem Krieg und es dauerte bis zu, 31.5.1964, bevor ein neuer, diesmal erfolgreicher Anlauf gemacht wurde. Trotz einer Vielzahl von Hindernissen und Problemen, aber stets unter reger Anteilnahme der Bevölkerung und mit deren Unterstützung entstand an eben dieser Stelle, einem Sumpfgebiet unweit der Pelzmühle, ein kleiner Heimattiergarten mit Rehen, Fasanen und Zwergziegen. In den siebziger und achtziger Jahren versuchte man, durch eine Spezialisierung auf die Tierwelt der Sowjetunion den engen Rahmen des "Heimattiergartens" zu sprengen - Yaks, Kamele, Tiger, Leoparden, Urwildpferde und Kulane sorgten für höhere Attraktivität und steigende Besucherzahlen. Nach der Wende wurde konsequent der Weg zur modernen Arche Noah eingeschlagen. So fanden eine Vielzahl äßerst seltener und bedrohter Tierarten wie mesopotamische Damhirsche, Somali-Wildesel, Goldgelbe Löwenäffchen, Riesensalamander und Rote Tomatenfrösche eine neue Heimat im Herzen Sachsens. Darunter sind äßerst attraktive, aber auch eher unscheinbare Arten. Aufgabe des Tierparks, der sich dank umfangreicher Bautätigkeit und neuer Anlagen wie Zebrahaus, Flamingoanlage, Papageien- und Fasanenanlage, Vivarium und Krallenäffchenhaus sowie dem seit 2002 neu zu erlebenden Tropenhaus zu einem echten Zoo entwickelt hat, wird es daher sein, Ihnen diesde bedrohten Geschöpfe der Natur noch näher zu bringen. Neben infrastrukurellen Verbesserungen von Wegenetz bis Imbissangeot werden daher in Zukunft ein informatives Beschilderungssystem, interaktive Beschäftigungsmöglichkeiten, erlebnisorientierte Ausstellungen und naturnahe Tierpräsentationen mit möglichst vielen Verhaltensfacetten ein ganz neues Erlebnis Tierpark ermöglichen. Noch 2002 eröffnet ein neuer Streichelzoo mit erzgebirgischen Haustieren, im Jahr darauf soll mit dem Affenwald eine große, teilweise begehbare Freianlage folgen. Einheimische Tiere, wie Wisente, Wölfe oder Mufflons, haben in den letzten Jahren bereits große, naturnahe Anlagen im Wildgatter Oberrabenstein bezogen und sind dort, fast wie in Freiheit zu erleben. Es lohnt sich also auch in Zukunft immer wieder im Tierpark Chemnitz Natur neu zu entdecken. |