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Rosaflamingo
Phoenicopterus ruber roseus
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Mehr Beinfreiheit
Mit ihren extrem langen Hälsen und Beinen wirken Flamingos sehr filigran.
Sie sind dadurch jedoch gut an das Leben in der Uferzone von Gewässern
angepasst. Ihr Schnabel ist ein echtes Unikat in der Vogelwelt - durch das
Arbeiten "überkopf" beim Durchseien der Gewässer hat sich die
Funktionsweise von Ober- und Unterschnabel umgekehrt. Die kräftige Zunge
arbeitet dabei wie ein Pumpkolben, zieht fünf bis sechs mal das Wasser in
den Schnabel hinein und presst es wieder aus. Algen, Krebschen und
Kleinstlebewesen bleiben im Schnabel zurück und dienen als Nahrung -
bestimmte Krebsarten sorgen darüberhinaus durch den in ihnen
enthaltenen Farbstoff für die Gefiederfärbung.
Leben auch in ungemütlichen Nischen
Obwohl Flamingos zerbrechlich wirken, sind sie äußerst
wiederstandsfähige Vögel mit einer hohen Toleranz an ihr
Verbreitungsgebiet. Ob Meeresspiegel oder 5000 m Höhe, minus 30 oder
plus 68 Grad, hoher oder sehr niedriger Salzgehalt und Schwefeldäpfe
in der Nähe vulkanischer Quellen, deren fast kochendes Wasser sie
sogar trinken, werden akzeptiert. Da dort keine anderen Vögel leben
können, gehen die Flamingos Konkurrenzsituationen aus dem Weg. Nur
zugefrorene Wasserflächen werden den Langbeinen schnell zum
Verhägnis - deshalb leben sie bei uns im Winter im Haus.
Eckdaten
- Flamingos haben im Verhältnis zum Körper die längsten
Beine und die lägsten Hälse aller Vögel. Sie sind
hochspezialisierte Uferbewohner
- Ihre Krummschnäbel sind filigrane Wunderwerke und genau
"verkehrt herum" gebaut - beim Durchseien des Wassers wird der
Unter- zum Oberschnabel und umgekehrt
- Flamingos bauen keine klassischen Nester, sondern erbrüten ihr
einziges Ei auf einem Schlammkegel wie auf einem Turm am Ufer
- Um den Tagesbedarf von ca 120000 Salinenkrebsen aufnehmen zu können,
müssen 120 Liter Lagunenwasser durch den Schnabel gepresst werden
- Die Rosafärbung entsteht durch das Futter - im Zoo kann sie auch durch
Zugabe von Karotin aus Möhren verstärkt werden
- Die zerbrechlichen Flamingos sind Überlebenskünstler - extreme
Temperaturen, extrem salziges Wasser, Schwefeldämpfe und
heiße Quellen - kein Problem
- Flamingos erreichen ein Alter von bis zu 50 Jahren
- Ihre Jungen werden in "Kindergärten" gemeinsam aufgezogen
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