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Schnee-Eule

Nyctea scandiaca


Opportunismus als Lebensprinzip

Schneeeulen leben in Gebieten - der baumlosen arktischen Tundra - die die Lebensfähigkeit der Tiere immer wieder auf eine harte Probe stellt. Geringe Spezialisierung und hohe Anpassungsfähigkeit bei wechselnden Bedingungen sind daher lebensnotwendig. Schneeeulen verfügen über regelrechte "Filzstiefel" an den Fängen. Die dichte Befiederung schützt auch gegen Bisse der Beutetiere. Mit zunehmenden Alter werden Schneeeulen immer weißer - beim jungen Tier ist der Schwarzanteil noch deutlich höher.

In der Arktisanlage leben Schneeeule und Polarfuchs wie in ihrer Heimat beisammen und zeigen auch das Konkurrenzverhalten wie in der Natur.

Familienplanung in der Arktis

Eine Anpassung an das wechselnde Nahrungsangebot ist auch die Familienplanung. Die Anzahl der Jungtiere schwankt je nach Futterverfügbarkeit sehr stark - 3 bis 13 Eier legen Schneeeulen jährlich, die nacheinander erbrütet werden, so dass die Jungen wie Orgelpfeifen aufwachsen. Bei rückläufigem Futterangebot werden nur noch die Größsten und stärksten Jungen gefüttert, die Kleinsten müssen verhungern.

Eckdaten

  • Schneeeulen und Polarfüchse teilen sich den Lebensraum der zirkumpolaren arktischen Tundra
  • Beide sind in der Färbung an den Schnee angepasst (der Polarfuchs allerdings nur im wolligen Winterfell - im Sommer ist er graubraun
  • Sie jagen ähnliche Beutetiere: Schneehasen, Lemminge und kleine Vögel - Polarfüchse leben darüber hinaus im großen Umfang von Aas
  • Beide sind anpassungsfähig, was Umweltbedingungen und Beuteangebot anbelangt, und regeln danach ihren Nachwuchs
  • Schneeeulen sind Tagjäger - schon weil es die Hälfte des Jahres ohnehin kaum dunkel wird (Polartag)
  • Beide Arten sind extrem unempfindilch gegen Schnee und Kälte, leiden aber unter Einschränkungen ihres Lebensraumes durch den Menschen
  • Bei gemeinsamer Haltung im Zoo sind eigene Futterplätze für die Schneeeulen wichtig. Die flinken Füchse fressen sonst die Nahrung allein