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Tierlexikon

Westkaukasischer Steinbock

Capra ibex severtzovi


Gehörnte Weltbürger

Steinböcke gibt es in Europa, Afrika und Asien in unterschiedlichsten Regionen. Bedingung ist nur das Hochgebirge als Lebensraum. Unsere Westkaukasischen Steinböcke stammen aus dem gleichnamigen Gebirge zwischen Schwarzem Meer und Baikalsee. Daneben gibt es Steinböcke in den Alpen und Pyrenäen, im Himalaja und den Nordostafrikanischen Gebirgen. Die Unterarten unterscheiden sich dabei in erster LInie in Körpergrösse und Hornlänge - die Lebensweise ist überall ähnlich. Die Böcke leben einzeln oder in Junggesellengruppen, die Geiße in Mutter-Kind-Gruppen. Nur direkt nach der Geburt ziehen die Muttertiere eine zeitlang alleine mit dem Nachwuchs durchs Gebirge. Feinde sind Wölfe, Bären, Luchse und für die Jungtiere vor allem große Adler.

Beobachten Sie im Frühjahr die zahlreichen Jungtiere - im Herbst dröhnt das Krachen der Hörner bei Brunftk&aouml;mpfen durch den gesamten Tierpark.

Schon in der Römerzeit schrieb man verschiedenen Körperteilen des Steinbocks wunderbare Heilkraft zu. Folglich wurden die Tiere so intensiv gejagt, daß sie beinahe ausgestorben wären. Heute gibt es wieder ein paar kleine, streng geschützte Herden in Reservaten (in Europa der Alpensteinbock, C. i. ibex). Das auffälligste Merkmal des männlichen Steinbocks sind die langen, nach hinten gebogenen Hörner; die Hörner des Weibchens sind kürzer. Das Fell ist braungrau, und ältere Böcke haben eine Nackenmähne mit längerem Haar. Bei allen Männchen befindet sich unter dem Kinn ein kleiner Ziegenbart. Der Steinbock lebt oberhalb der Baumgrenze und steigt nur in sehr strengen Wintern zum oberen Rand des Nadelwaldgürtels hinab. Im Sommer klettern die Tiere auf die Hochalpenwiesen und lassen sich dort Gras und Blumen schmecken. In dieser Zeit werfen die Geißen ihre Jungen. Die etwas älteren Jungen und die Böcke bilden gesonderte Rudel, in denen regelmäßig Kämpfe um die Rangordnung stattfinden. Nur in der Brunftzeit, die in den Winter fällt, schließen sich die Böcke den Geißenrudeln an. Die Geißen werfen nach einer Tragezeit von 5-6 Monaten ein Junges.

Eckdaten

  • Steinböcke sind kräftige untersetzte Wildziegen
  • Die Geschlechtsunterschiede sind sehr deutlich: Böcke sind größer und kräftiger und nur sie haben das mächtige Gehörn und den Kinnbart
  • Im Gegensatz zu Hirschen sind die Hörner fest auf Knochenzapfen verankert, werden nicht abgeworfen und wachsen lebenslang
  • Die Böcke leben in Junggesellengruppen - getrennt von Geißen und Jungtieren
  • Zur Paarungszeit im Spätherbst gibt es äßerst heftige Kämpfe um die Weibchen - die gewaltigen Kopfstöße werden durch die Hörner und die knochenverstärkten Schädelplatten gemildert
  • Steinböcke sind ausgesprochene Gebirgstiere, hervorragende Kletterer und Springer - die Füße haben zusätzlich an den Laufzehen zwei Felssporne, die im steilen Gelände aufgesetzt werden